Manuelle Therapien
Unsere Füße spiegeln unseren Organismus im Kleinen wider.

Fuß als sitzender Mensch
Über bestimmte Körperzonen werden Reflexe von den Füßen zu den entsprechenden Organen geleitet. So lassen sich wunderbar Erkrankungen, wie Asthma bronchiale, Kopfschmerzen, Oberbauchbeschwerden, muskuläre Verspannungen, um nur einige wenige zu nennen, behandeln. Ein besonders wichtiger Aspekt dieser Behandlungsform ist die zwischenmenschliche Berührung, die durch eine zunehmend technisierte Welt immer mehr in den Hintergrund gedrückt wird.
Die manuelle Lymphdrainage
Die manuelle Lymphdrainage ist eine besondere Form der physikalischen Therapien zur speziellen Behandlung des Lymphsystems. Diese Therapie wurde von Földi, Asdonk und Vodder maßgeblich entwickelt.
Die Wirkungsweise der manuellen Lymphdrainage ist breit gefächert. So dient sie hauptsächlich als Ödem- und Entstauungstherapie geschwollener Körperregionen, wie Körperstamm und Extremitäten (Arme und Beine). Als Ödeme bezeichnet man Gewebswasser-Ansammlungen. Durch sanfte, kreisförmige Verschiebetechniken und Streichungen in Richtung Herz, wird die Flüssigkeit aus dem Gewebe in das Lymphsystem verschoben. Auf diese Weise öffnet sich das Lymphsystem und es wird ein besserer Lymphfluss gewährleistet. Dadurch kann das Lymphsystem seine Aufgabe als Abwehrsystem wieder besser ausüben und Schlacken und Giftstoffe leichter aus dem Körper abtransportieren. Diese Immun-Abwehr lässt sich folgendermaßen erklären: Unser Körper ist durchzogen von vielen Lymphgefäßen. An vielen Stellen in diesen Lymphgefäßen befinden sich Lymphknoten, durch die die Lymphe fließt. Diese Lymphknoten kann man sich als eine Art Sieb oder Filter vorstellen. Durch ein Netz aus weißen Blutkörperchen soll verhindert werden, dass z.B. Gift- und Schlackestoffe, Bakterien oder Krebszellen ins Blut gelangen, und sich auf diese Weise im ganzen Körper verteilen.
Eine Behandlung beginnt mit an den oberen Lymphknoten, um den Abfluss freizumachen. Danach werden die größeren Lymphknotenbereiche, einschließlich der Bauchlymphknoten durch sanfte Bewegungen (bzw. im Bauch durch eine Bauchtiefdrainage) frei gemacht. Wenn das geschehen ist, beginnt die eigentliche Drainage der befallenen Extremitäten. Auch in der Schmerzbekämpfung, sowie vor und nach Operationen kommt diese Therapie zum Einsatz, um geschwollene, mit Zellflüssigkeit überladene Gewebe zu entstauen. Der Patient spürt eine deutliche Erleichterung, Schmerzmittelgaben können verringert werden, der Heilungsprozess verläuft schneller.
Eine Lymphdrainage ist sinnvoll, wenn:
- die Lymphgefäße mechanisch geschädigt sind, beispielsweise
- durch eine Operation, durch Verletzungen (z.B. nach einem Unfall)
- ein gesundes Lymphsystem überlastet ist und versagt, weil die Lymphmenge zu groß geworden ist, oder einfach im Alter die Elastizität der Gefäße nachlässt.
- anlagebedingte Lymphödeme vorliegen, die häufig erst im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auftreten.
- oder wenn nach einer Brustkrebs-Operation die Lymphknoten unter dem Arm teilweise oder sogar gänzlich herausgenommen wurden, um der Gefahr einer Metastasierung entgegen zu wirken. Durch das Entfernen der Lymphknoten leidet die Patientin oft unter einem Lymphödem an dem betroffenen Arm. Unterstützend zur Lymphdrainage können Selen-Präparate gegeben werden.
Detaillierte Auflistung der Indikationen für die manuelle Lymphdrainage
Im Kopf-Halsbereich
- Migräne
- Zustand nach grippalen Infekten
- Chronische Schleimhautkatarrhen
- HWS -Syndrom
- Ödem nach Zahnextraktion
- Nervenschmerzen im Gesicht
- Gesichtsnerv-Lähmung
Im Brust-Rückenbereich
- BWS-Syndrom
- LWS-Syndrom
- Lumbalgien
- Ischialgien
- Ödeme nach Rippenfrakturen
Im Arm- und Beinbereich
- Armlymphödem nach ein- oder beidseitiger Brustamputation
- Armlymphödem bei primärer Fehlbildung der Lymphgefäße
- Ödeme nach Knochenbrüchen
- Ödeme nach Verstauchungen, Verrenkungen, ausgekugelten Gelenken
- Blutergüsse
- Beinlymphödeme nach Unterleibsoperationen
- Beinlymphödeme nach Genitalkrebsoperationen
- Beinlymphödeme bei primärer Fehlbildung der Lymphgefäße
- Beinödeme bei venöser Insuffizienz (z.B. Krampfadern, Zustand nach tiefer Venenthrombose offene Beine)
- Ödeme nach Meniscusoperationen
- Hüftarthrose
- Kniearthrose
Allgemein auftretende o. generalisierte Ödeme - Rheumatische Ödeme
- Arthroseschübe
- Muskelschmerzen
- Primäre chronisch Polyarthritis
- Ödeme nach Operationen
- Ödeme nach Unfällen
- Hämatome
- Multiple Sklerose
- Zustand nach Appoplex
- Chronische Ekzeme
- Narben und Keloide
Kontraindikationen für die manuelle Lymphdrainage
- Bösartige, unbehandelte bzw. wiederauftretende Tumorkrankheiten
- Akute Entzündungen (z.B. Wundrose/Erysipel)
- Frische tiefe Venenthrombose
- Oberflächliche Venenentzündungen und Thrombosen
- Akutes, allergisches Kontaktekzem der Haut
- Schwere (unbehandelte) Herzinsuffizienz


