Klassische Naturheilverfahren
Wer war Dr. Schüssler?

Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler
Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüssler wurde am 21. Aug. 1821 in Zwischenahn im Oldenburger Land geboren. Schon in jungen Jahren interessierte er sich für die Heilkunde. Ursprünglich wollte er eine Ausbildung zum Heilpraktiker machen mit dem Schwerpunkt der Homöopathie. Als ihm allerdings bewusst wur-de, mit welchen Schwierigkeiten dieser Berufsstand zu kämpfen hatte, entschied er sich zu einem Medizinstudium. Da er sehr ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, war dieses Studium für ihn mit unsagbaren Mühen verbunden. Er studierte in Berlin, Paris, Gießen und Prag und promovierte zum Dr. med. in Gießen. Um sich in seiner Heimat Oldenburg niederlassen zu können, musste er vor dem dortigen Kollegium noch eine Zusatzprüfung ablegen. 1857 eröffnet er eine Praxis als Arzt und Homöopath.
Entdeckung der Biochemischen Salze durch Dr. Schüssler
Er fühlte sich immer sehr der Forschung zugetan. So unternahm er Versuche an Leichen und stellte dabei fest, dass, wenn man einen Körper verbrennt, die organischen Bestandteile des Körpers verbrennen und die zurückbleibende Asche aus anorganischen Substanzen besteht und zwar genauer gesagt, aus zwölf Sal-zen oder „Lebenssalzen“ wie er sie nannte. Weiterhin kam er zu dem Schluss, dass ein Fehlen eines oder mehrerer Salze zu einer Hemmung des Säftefluss zwischen Körpergewebe und –zellen führt, wodurch die natürlichen Lebensvor-gänge gestört werden und Krankheiten hervorgerufen werden. Solche Störungen der Zellen können durch Zuführung bestimmter Nährsalze beseitigt werden. Das biochemische Salz unterstützt somit die Wiederherstellung eines normalen Funktionsablaufes.
Der Grundsatz der „biochemischen Heilmethode“ lautet:
„Fehlendes wird mit Fehlendem aufgefüllt“
Dr. Schüssler stellte die zwölf biochemischen Salze in einer ganz bestimmten Verreibung her. Diese Verreibung ist einer homöopathischen Aufbereitung sehr ähnlich. Er nummerierte die Salze durch und setzte sie zur Behandlung von Er-krankungen ein. In der nachfolgenden Liste sind die zwölf Schüssler-Salze aufgelistet:
Die Schüssler Salze Nr. 1 bis Nr. 12
Nr. 1 Calcium Fluoratum D12
(Gefäß/Elastizitätsmittel, gegen Bänderschwäche und Krampfadern,gegen rissige Haut, Schrunden und Hornhaut. Heilt das Gewebe und bremst Entzündungen.
Nr. 2 Calcium Phosphoricum D6
(Aufbaumittel, Blutbildend, wichtig in der Schwangerschaft)
Nr. 3 Ferrum Phosphoricum D12
(Fiebermittel, Mittel für die 1.Hilfe, beugt Muskelkater vor, gegen Insektensti-che und Brandwunden)
Nr. 4 Kalium Chloratum D6
(Entzündungsmittel, gegen schleimigen Husten, Besenreiser und Couperose)
Nr. 5 Kalium Phosphoricum D6
(Nervenmittel, wirkt antiseptisch und Fiebersenkend, gegen Zahnfleischbluten und Mundgeruch)
Nr. 6 Kalium Sulfuricum D6
(Stoffwechselmittel, gegen Völlegefühl, Muskelkater , Wachstumsstörungen von Haar und Nägel)
Nr. 7 Magnesium Phosporicum D6
(Krampfmittel, gegen Koliken, Menstruationsbeschwerden, Kopf- und Glieder-schmerzen)
Nr. 8 Natrium Chloratum D6
(Entgiftend, gegen Insektenstiche, Allergien, Verbrennungen und Schnupfen)
Nr. 9 Natrium Phosphoricum D6
(Entsäuerungsmittel, gegen Akne, Pickel und verstopfte Talgdrüsen)
Nr. 10 Natrium Sulfuricum D6
(Entschlackungsmittel, gegen Fieberblasen und Herpes, Tränensäcke, geschwol-lene Beine und Hände)
Nr. 11 Silicea D12
(Bindegewebsmittel, bessert Haare, Haut und Nägel. Stärkt die Nerven)
Nr. 12 Calcium Sulfuricum D6
(Baut Eiter schneller ab. Gicht - Rheuma und Anginamittel)
Alle diese Salze finden sich physiologischer Weise im Körper. Wir finden im Blut sämtliche organischen und anorganischen Stoffe wieder. Von hier werden die einzelnen Substanzen zu denen nicht nur die biochemischen Salze gehören, sondern auch Vitamine, Spurenelemente und Hormone zählen, zu den entspre-chenden Körperzellen und Geweben transportiert, wo sie zum Aufbau und zum Unterhalt der Zellen benötigt werden.
So finden wir z.B.: in den Muskeln Kalium, Magnesium und Ferrum
im Bindegewebe: Fluor und Silicea (Kieselsäure)
im Knorpel und in den Knochen: Fluor, Calcium und Magnesium
in den Nerven und im Gehirn: Natrium und Magnesium, Calcium und Kalium
Diese Mineralsalze und einige Spurenelemente dienen als Vermittler der biochemischen Lebensabläufe. Entsteht ein Mangel der biochemischen Salze durch zu geringe Zufuhr oder durch gestörten Abtransport der verbrauchten Stoffe, besteht eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten.
Die Einnahme von Schüssler-Salzen ersetzt jedoch bei ernsthaften Erkrankungen keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Sie dienen der Gesunderhaltung, der Steigerung der Lebensqualität und der Verminderung von Störungen, denen man heutzutage auch aufgrund der Umwelt ausgesetzt ist.
Orthomolekularmedizin
"Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung einer guten Gesundheit und Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Stoffen, die normalerweise im Körper vorhanden und zur Erhaltung der Gesundheit notwendig sind."
(Linus Pauling 1968)
Die Stoffe, von denen hier die Rede ist, also die Stoffe, die von Natur her Bestandteil unseres menschlichen Körpers sind und die unser Körper benötigt, um gesund zu bleiben bzw. wieder gesund zu werden, sind u.a.:
Aminosäuren
Fettsäuren
Mineralien
Spurenelemente
Vitamine
aber auch weitere Stoffe, wie z.B. die "Sekundären Pflanzenstoffe", die unser Körper für einen gesunden Stoffwechsel benötigt.
Aufgrund eines veränderten Essverhaltens (Nahrung aus fremden Regionen, vom Menschen manipulierte Lebensmittel, Streß, ungesunde Zubereitung der Nahrung oder falsche Zusammenstellung der täglichen Ernährung) wird es leider immer mehr notwendig, den Körper mit den benötigten o.g. Stoffen zusätzlich von außen zu unterstützen, damit er nicht in einen Mangel gerät. Es gibt einen Slogan von der Weltgesundheitsorganisation, der lautet: "Fünf am Tag". Damit ist gemeint, dass wir pro Tag fünf verschiedene Portionen Obst und Gemüse in roher, unbehandelter Form zu uns nehmen sollten, um nicht in einen Mangel zu kommen. Inzwischen gibt es aber schon Aussagen, die besagen, dass wir neun bis elf Portionen Obst und Gemüse in roher, unbehandelter Form benötigen, um ausreichend versorgt zu sein.
Daher wird es verständlich, dass es zunächst einmal für sehr viele Menschen Sinn macht, den Körper durch zusätzliche Gabe der o.g. Stoffe zu unterstützen.
Liegt bereits eine Erkrankung vor, sollten die fehlenden Stoffe dem Körper hochdosiert zugeführt werden. Es ist verständlich, dass die gleichen Stoffe, die der Mensch benötigt, um gesund zu bleiben, in höherer Dosierung auch dazu beitragen können, bei Erkrankung wieder gesund zu werden. Ein Vorteil der Behandlung mit orthomolekularer Medizin liegt darin, dass wir dem Körper keine "Fremdstoffe" zuführen, sondern Stoffe, die unser Körper kennt und physiologischer Weise benötigt. Somit können Nebenwirkungen vermieden werden. Voraussetzung dafür ist allerdings die richtige Dosierung. So kann z.B. nach neuesten Erkenntnissen hochdosiertes Vitamin C (per Infusion zugeführt) zur Krebsheilung beitragen.
Abschließend lässt sich also sagen, dass durch den richtigen Einsatz der orthomolekularen Medizin eine Heilung im eigentlichen Sinne des Wortes stattfinden kann, d.h. dass der Mensch gesünder wird, ohne das nur Symptome zugedeckt werden.



